Der erste Brief an die Korinther
Der erste Brief an die Korinther ist ein pastoraler Brief, den der Apostel Paulus an die Gemeinde in Korinth schrieb, einer wohlhabenden, aber moralisch schwierigen Stadt im antiken Griechenland. Der Brief wurde um 55 n. Chr. geschrieben, während Paulus in Ephesus war und behandelt eine Vielzahl von Problemen, die in der jungen christlichen Gemeinde aufgetreten waren. Paulus Ziel ist es, Missverständnisse zu korrigieren, Spaltungen zu begegnen und die Geschwister dazu aufzurufen, das Evangelium in Einheit, Liebe und Heiligkeit zu leben.
Paulus beginnt damit, das Problem der Spaltungen in der Gemeinde anzusprechen. Einige Gläubige schlossen sich verschiedenen Führern an – Paulus, Apollos, Petrus oder Christus – und gründeten Gruppierungen. Paulus erinnert sie daran, dass die Gemeinde allein Christus gehört und dass das Kreuz, nicht menschliche Weisheit oder Status, sondern das Fundament ihres Glaubens ist. Wahre christliche Führung, lehrt Paulus, ist geprägt von Demut und Dienst.
Der Brief wendet sich dann Fragen der Unmoral und der christlichen Disziplin zu. Paulus konfrontiert die Gemeinde mit sexuelle Sünde, Klagen unter Gläubigen und Verwirrung über Ehe und Ledigen. Er lehrt, dass die Körper der Gläubigen der Tempel Gottes sind und als solche geachtet werden sollten. Paulus betont, dass die christliche Freiheit von Liebe geleitet werden muss, insbesondere bei Themen wie Essen, die Götzengötzen geopfert werden, oder kulturellen Praktiken.
Die Kapitel 11–14 behandeln Gottesdienst und die Verwendung geistlicher Gaben. Paulus gibt Anweisungen zum Abendmahl, zum ordnungsgemäßen Verhalten bei Versammlungen und zur Notwendigkeit von Ordnung und Erbauung in der Gemeinde. Er betont, dass alle spirituellen Gaben in Liebe ausgeübt werden müssen. Das bekannte "Hohelied der Liebe", 1. Korinther 13, beschreibt die Liebe als die größte Tugend und als wahres Zeichen geistlicher Reife.
Paulus schließt mit einer kraftvollen Lehre über die Auferstehung. Er bekräftigt, dass die Auferstehung Christi der Grundstein des christlichen Glaubens ist und den Gläubigen ihre zukünftige leibliche Auferstehung zusichert. Diese Hoffnung erfordert Standhaftigkeit und Hingabe im Werk des Herrn. 1. Korinther ist sowohl eine Zurechtweisung, als auch eine Ermutigung – ein Aufruf an eine geteilte und verweltlichte Gemeinde, zur Weisheit, Kraft und Liebe des gekreuzigten und auferstandenen Christus zurückzukehren.
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