Der zweite Brief an die Korinther
Der zweite Brief an die Korinther ist einer von Paulus persönlichsten und emotionalsten Briefen, geschrieben an die Gemeinde in Korinth, irgendwann nach seinem schmerzhaften Besuch und früheren Briefwechsel. Darin verteidigt Paulus seinen Dienst, fordert zur Versöhnung auf und ermutigt zur Großzügigkeit. Er schreibt mit Verletzlichkeit, hebt sein Leiden und seine Schwächen hervor, aber nicht um zu prahlen, sondern um zu zeigen, dass Gottes Macht in menschlicher Schwäche vollkommen ist.
Paulus beginnt damit, Gott dafür zu danken, dass er ihn in seinen Prüfungen getröstet hat und erinnert die Korinther daran, dass Leiden ein gemeinsamer Teil des christlichen Lebens ist. Er erklärt seine geänderten Reisepläne und fordert die Gemeinde auf, einem bereuenden Mitbruder zu vergeben und ihn wiederaufzunehmen. Paulus betont die Aufrichtigkeit und geistliche Autorität seines Dienstes und stellt ihn denen gegenüber, die das Wort Gottes zum persönlichen Vorteil verbreiten.
Ein zentrales Thema des Briefes ist die Natur wahrer christlicher Führung. Paulus beschreibt sich selbst und seine Mitarbeiter als Krüge aus Ton – schwach und zerbrechlich –, die jedoch den Schatz des Evangeliums tragen. Trotz Härten, Verfolgung und Schwäche werden sie nicht zerschlagen, denn ihre Stärke kommt von Gott. Paulus fordert die Korinther auf, nicht den Mut zu verlieren, und erinnert sie daran, dass ihre momentanen Leiden sie auf ewige Herrlichkeit vorbereiten.
Paulus behandelt auch Versöhnung und Großzügigkeit. Er ruft die Gläubigen dazu auf, sich mit Gott und untereinander zu versöhnen und erklärt, dass Christus zur Sünde wurde, damit die Gläubigen für Gott gerecht werden können. Paulus ermutigt die Korinther, eine finanzielle Sammlung für die armen Gläubigen in Jerusalem durchzuführen, lobt die Großzügigkeit der makedonischen Gemeinden und erinnert sie daran, dass Gott einen fröhlichen Geber liebt.
In den letzten Kapiteln verteidigt Paulus sein Apostelamt gegen Kritiker, die seine Autorität infrage stellten und seine Schwächen verspotten. Paulus weigert sich, mit seinen Leistungen zu prahlen, sondern hebt stattdessen sein Leiden hervor, das in seinem "Dorn im Fleisch" gipfelt – einem persönlichen Kampf, der ihn von Gottes Gnade abhängig machte. Der Brief schließt mit einem letzten Appell an Einheit und spirituelle Reife. 2. Korintherbrief offenbart Paulus pastorales Herz und zeigt, dass im Reich Gottes Schwäche keine Disqualifikation, sondern die Basis göttlicher Stärke ist.
© CDMI
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