Die Apostelgeschichte
Die Apostelgeschichte ist das fünfte Buch des Neuen Testaments und dient als Fortsetzung des Lukasevangeliums. Es wurde ebenfalls von Lukas verfasst und bietet einen historischen Bericht über die frühe christliche Bewegung, beginnend mit der Himmelfahrt Jesu und der Ausgießung des Heiligen Geistes zu Pfingsten. Das Buch betont, wie sich die Botschaft Jesu von Jerusalem über Judäa und Samaria bis schließlich an die Enden der bekannten Welt verbreitete und damit den letzten Auftrag Jesu an seine Jünger erfüllte.
Die Apostelgeschichte beginnt in Jerusalem, wo Jesus seine Jünger anweist, auf den verheißenen Heiligen Geist zu warten. Zu Pfingsten kommt der Geist mit Kraft herab und befähigt die Apostel, in verschiedenen Sprachen zu sprechen und mutig zu predigen. Petrus hält eine kraftvolle Predigt, und Tausende lassen sich taufen. Die frühe christliche Gemeinde ist geprägt von Einheit, Großzügigkeit und Hingabe an die Lehre der Apostel, doch bald kommt es zu Verfolgungen, die die Gläubigen zerstreuen und die Botschaft nach außen tragen.
Die Erzählung folgt dann wichtigen Führern wie Petrus und Stephanus. Petrus vollbringt Wunder und öffnet durch seine Begegnung mit Cornelius die Tür des Evangeliums für die Heiden. Stephanus, der erste christliche Märtyrer, verkündet Jesus mutig vor dem jüdischen Rat und wird gesteinigt, was zu einer noch größeren Verfolgung führt. Dies führt zur Bekehrung des Saulus von Tarsus, später bekannt als Paulus, der zu einer zentralen Figur in der Mission der Kirche unter den Heiden wird.
Die zweite Hälfte der Apostelgeschichte konzentriert sich hauptsächlich auf die Missionsreisen des Paulus durch das Römische Reich. Er reist durch Städte wie Antiochia, Korinth, Philippi und Ephesus, gründet Gemeinden, debattiert in Synagogen und auf Marktplätzen und erträgt Widerstand. Die Reden des Paulus, insbesondere vor jüdischem und nichtjüdischem Publikum, zeigen, wie die Botschaft Jesu die hebräischen Schriften erfüllt und allen Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft, angeboten wird.
Das Buch endet mit der Verhaftung des Paulus in Jerusalem, seinen Prozessen vor römischen Beamten und seiner anschließenden Reise nach Rom, wo er unter Hausarrest weiter predigt. Die Apostelgeschichte endet mit einer offenen Note und betont den unaufhaltsamen Vormarsch des Evangeliums trotz aller Widerstände. Durch die Kraft des Heiligen Geistes werden gewöhnliche Männer und Frauen zu mutigen Zeugen, und der auferstandene Jesus setzt sein Werk durch sie fort und dehnt sein Reich auf alle Völker aus.
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