Das Evangelium nach Lukas
Das Lukasevangelium ist eine sorgfältig recherchierte und systematische Darstellung des Lebens Jesu Christi, verfasst von Lukas, einem Arzt und Begleiter des Apostels Paulus. Das an einen Mann namens Theophilus gerichtete Evangelium des Lukas legt Wert auf historische Genauigkeit und stellt Jesus als Retter aller Menschen dar – Juden und Heiden, Reiche und Arme, Männer und Frauen gleichermaßen. Es hebt Gottes Heilsplan hervor, der sich in der Geschichte entfaltet, sowie Jesu mitfühlende Sorge um die Ausgegrenzten.
Lukas beginnt mit einer parallelen Geburtsgeschichte von Johannes dem Täufer und Jesus, die ihre wundersame Herkunft und die Erfüllung der Prophezeiungen des Alten Testaments zeigt. Die ersten Kapitel enthalten Lobgesänge, Engelsbotschaften und die Darstellung Jesu im Tempel, wo Simeon und Anna ihn als den Messias verkünden. Lukas ist das einzige Evangelium, das eine Geschichte aus der Jugend Jesu enthält, die zeigt, dass er sich schon als Kind seiner göttlichen Mission bewusst war.
Als Jesus sein Wirken beginnt, hebt Lukas seine Botschaft der guten Nachricht für die Armen, der Heilung für die Gebrochenen und der Freiheit für die Unterdrückten hervor. Er wendet sich an Sünder, Zöllner, Frauen, Samariter und andere Menschen am Rande der Gesellschaft. Durch Gleichnisse, die nur bei Lukas zu finden sind – wie der barmherzige Samariter und der verlorene Sohn –, lehrt Jesus die Werte des Reiches Gottes: Barmherzigkeit, Umkehr, Demut und Freude über das Wiederfinden des Verlorenen.
Ein großer Teil des Lukasevangeliums handelt von der langen Reise Jesu nach Jerusalem, wo er seine Jünger über die Kosten der Nachfolge unterrichtet. Er sagt sein Leiden, seinen Tod und seine Auferstehung voraus und ruft seine Nachfolger zu einem Leben in Selbstverleugnung und Treue auf. In Jerusalem gerät Jesus mit den religiösen Führern in Konflikt, weint über die Ablehnung der Stadt und feiert mit seinen Jüngern das letzte Abendmahl.
Der Höhepunkt des Evangeliums ist der Verrat, der Prozess, die Kreuzigung und die Auferstehung Jesu. Lukas berichtet auf einzigartige Weise, wie Jesus am Kreuz seinen Henkern vergibt und einem reuigen Verbrecher das Heil anbietet. Nach seiner Auferstehung von den Toten erscheint Jesus seinen Jüngern, erklärt ihnen, wie die Schriften auf sein Leiden und seine Herrlichkeit hinweisen, und verspricht ihnen das Kommen des Heiligen Geistes. Das Buch endet mit der Himmelfahrt Jesu und weist damit auf die Fortsetzung seines Wirkens in der Apostelgeschichte hin.
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