Das Evangelium nach Markus
Das Markusevangelium ist einer der ersten Berichte über das Leben Jesu. Es wird einem christlichen Schreiber namens Markus (oder Johannes Markus) zugeschrieben. Markus gestaltet die Geschichte Jesu sorgfältig und präsentiert sie als Drama in drei Akten, die sich auf verschiedene Themen konzentrieren. In jedem Akt werden verschiedene Reaktionen auf Jesus dargestellt, von Ehrfurcht und Staunen bis hin zu Verwirrung und Ablehnung. Die Identität Jesu als Messias ist ein zentrales Thema, wobei die Jünger Schwierigkeiten haben, seine wahre Natur zu verstehen.
Der erste Akt spielt in Galiläa, wo die Macht Jesu und seine Botschaft vom Reich Gottes durch Heilung und Vergebung zum Ausdruck kommen. Die Menschenmengen sind erstaunt, aber andere hinterfragen oder lehnen ihn ab. Der zweite Akt hebt die Lehren Jesu durch Gleichnisse hervor und betont die geheimnisvolle Natur des Reiches Gottes. Die Jünger haben ebenso wie die Menschenmengen Mühe, die volle Bedeutung der Botschaft Jesu zu erfassen.
Im dritten Akt offenbart Jesus seine wahre Identität als leidender Diener und nicht als siegreicher König, wie es Petrus und die Jünger erwartet hatten. Er fordert sie auf, ihm in Selbstlosigkeit und Dienstbarkeit zu folgen, anstatt nach Ruhm und Macht zu streben. Trotz Jesu Warnungen vor seinem bevorstehenden Tod und der Zerstörung Jerusalems verstehen die Jünger seine Mission nicht vollständig.
Die Geschichte gipfelt in der Kreuzigung Jesu, wo ein römischer Soldat ihn als Sohn Gottes anerkennt. Nach seiner Auferstehung entdecken zwei Jüngerinnen das leere Grab und erfahren von einem Engel, dass Jesus auferstanden ist. Der traditionelle Text des Markus scheint hier abrupt zu enden, wobei die Frauen das leere Grab verängstigt und verwirrt verlassen, ohne jemandem davon zu erzählen. Es gibt jedoch ein längeres Ende, das in vielen alten Manuskripten zu finden ist und das die Erscheinungen Jesu vor den Jüngern enthält, aber als später hinzugefügt angesehen wird.
© CDMI
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