Brief an die Römer


Der Brief an die Römer ist eines der theologisch reichhaltigsten Bücher des Neuen Testaments, geschrieben vom Apostel Paulus an die christliche Gemeinde in Rom. Dieser Brief, der wahrscheinlich um 57 n. Chr. in Korinth verfasst wurde, präsentiert systematisch die Kernbotschaft des Evangeliums und erklärt, wie alle Menschen, Juden wie Nichtjuden, durch den Glauben an Jesus Christus mit Gott versöhnt werden können. Paulus schreibt, um die römische Gemeinde zu einen, ihr Verständnis der Erlösung zu vertiefen und sie auf seine geplante Mission nach Spanien vorzubereiten.
Paulus beginnt mit dem universellen Problem der Sünde: Die gesamte Menschheit ist vor Gott schuldig, sei es durch Götzendienst, moralisches Versagen oder religiösen Stolz. Er zeigt, dass niemand durch das Gesetz oder durch persönliche Verdienste gerechtfertigt werden kann. Stattdessen kommt die Gerechtigkeit als Geschenk durch den Glauben an Jesus, der für unsere Sünden gestorben und wieder auferstanden ist. Paulus verwendet das Beispiel Abrahams, um zu veranschaulichen, dass die Erlösung immer durch den Glauben und nicht durch Werke erfolgt ist.
Nachdem er die Grundlage der Rechtfertigung gelegt hat, untersucht Paulus deren Auswirkungen. Gläubige sind nicht länger Sklaven der Sünde, sondern mit Christus in seinem Tod und seiner Auferstehung vereint. Durch den Heiligen Geist werden sie befähigt, ein neues Leben zu führen, das nicht vom Fleisch, sondern vom Geist Gottes geleitet wird. Paulus erkennt auch den andauernden Kampf mit der Sünde an und die Hoffnung, dass nichts die Gläubigen von der Liebe Gottes in Christus Jesus trennen kann.
In den Kapiteln 9–11 wendet sich Paulus der Frage nach der Rolle Israels in Gottes Plan zu. Er drückt seine Trauer über den Unglauben Israels aus, bekräftigt jedoch, dass Gottes Verheißungen nicht gescheitert sind. Die gläubigen Heiden sind wie wilde Zweige, die in den Baum Israels eingepfropft wurden, und Paulus gibt die Hoffnung nicht auf, dass Israel sich eines Tages wieder Gott zuwenden und gerettet werden wird. Diese Kapitel unterstreichen Gottes Souveränität, Treue und Barmherzigkeit.
Der Brief schließt mit praktischen Ermahnungen, wie Christen als Antwort auf Gottes Barmherzigkeit leben sollten. Paulus fordert die Gläubigen auf, sich selbst als lebendige Opfer darzubringen, aufrichtig zu lieben, sich den staatlichen Autoritäten zu unterwerfen und in Harmonie zu leben. Er ermutigt zur Einheit zwischen jüdischen und nichtjüdischen Christen und schließt mit persönlichen Grüßen und einer Doxologie. Der Römerbrief ist eine monumentale Erklärung des Evangeliums und ein Aufruf, ein von der Gnade geprägtes, verändertes Leben zu führen.

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I. Einleitung und Thema des Evangeliums 1,1–17
A. Paulus Gruß und apostolische Mission - 1,1–7
B. Paulus Wunsch, Rom zu besuchen - 1,8–15
C. Die Kraft und Gerechtigkeit des Evangeliums offenbart - 1,16–17
II. Die Notwendigkeit der Gerechtigkeit Gottes:
Verurteilung der Menschheit 1,18–3,20
A. Die Schuld der Heiden - 1,18–32

B. Die Schuld der Juden - 2,1–3,8
1. Andere verurteilen, während man selbst dasselbe tut - 2,1–16
2. Das Gesetz besitzen, aber nicht halten - 2,17–29
3. Gottes Treue trotz des Unglaubens der Juden - 3,1–8

C. Allgemeine Sündhaftigkeit: Niemand ist gerecht - 3,9–20
III. Die Bereitstellung der Gerechtigkeit Gottes:
Rechtfertigung durch den Glauben 3,21–5,21
A. Gerechtigkeit durch den Glauben an Jesus - 3,21–31

B. Abraham, gerechtfertigt durch den Glauben - 4,1–25
1. Rechtfertigung vor der Beschneidung oder dem Gesetz - 4,1–12
2. Die Verheißung kommt durch den Glauben - 4,13–25

C. Die Folgen der Rechtfertigung - 5,1–11
1. Friede, Hoffnung und Liebe - 5,1–5
2. Versöhnung durch Christus - 5,6–11

D. Adam und Christus: Tod und Leben - 5,12–21
IV. Die Kraft der Gerechtigkeit Gottes:
Heiligung und neues Leben 6,1–8,39
A. Befreiung von der Macht der Sünde - 6,1–23
1. Vereinigung mit Christus in Tod und Leben - 6,1–14
2. Sklaven der Gerechtigkeit - 6,15–23

B. Befreiung von der Verurteilung durch das Gesetz - 7,1–25
1. Befreiung vom Gesetz - 7,1–6
2. Das Gesetz offenbart, kann aber nicht retten - 7,7–25

C. Leben im Geist - 8,1–39
1. Der Geist bringt Leben und Kindschaft - 8,1–17
2. Hoffnung inmitten des Leidens - 8,18–30
3. Die Gewissheit der Liebe Gottes - 8,31–39
V. Die Verteidigung der Gerechtigkeit Gottes:
Israels Platz in Gottes Plan 9,1–11,36
A. Gottes souveräne Wahl 9,1–29
B. Israels Unglaube und die Gerechtigkeit aus dem Glauben - 9,30–10,21
C. Der Überrest und die Einpfropfung der Heiden - 11,1–24
D. Das Geheimnis der zukünftigen Wiederherstellung Israels - 11,25–36
VI. Die Ausübung der Gerechtigkeit Gottes:
Christliches Leben 12,1–15,13
A. Lebendige Opfer und verwandelte Leben - 12,1–2

B. Demütiger Dienst und Liebe in der Gemeinde - 12,3–21

C. Unterordnung unter die staatlichen Autoritäten - 13,1–7

D. Die Liebe erfüllt das Gesetz - 13,8–14

E. Einander in Gewissensfragen annehmen - 14,1–15,13
1. Richtet einander nicht - 14,1–12
2. Bringt andere nicht zum Straucheln - 14,13–23
3. Folgt dem Beispiel Christi - 15,1–13
VII. Schluss und persönliche Grüße 15,14–16,27
A. Paulus Dienst und Reisepläne - 15,14–33
B. Grüße an die Heiligen in Rom - 16,1–16
C. Letzte Ermahnungen und Lob - 16,17–27


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